
Die Congree Conference war auch in diesem Jahr wieder mein persönliches Highlight.
Inspirierende Workshops, spannende Begegnungen, acht hochkarätige Vorträge und jede Menge Denkanstöße rund um Linguistik und Künstliche Intelligenz machten die Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis.
Den Auftakt bildeten die praxisnahen Workshops des Congree Teams. Beim anschließenden Abendevent im Restaurant Zum Sternen im Herzen von Ettlingen gab es reichlich Gelegenheit für persönliche Gespräche und fachlichen Austausch in entspannter Atmosphäre.
Am folgenden Konferenztag erwarteten uns acht spannende Vorträge, die das Zusammenspiel von Linguistik und KI aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Von grundlegenden technologischen Entwicklungen über gesellschaftliche Auswirkungen bis hin zu konkreten Anwendungsbeispielen aus der Praxis war alles dabei.
Ein Vormittag voller großer Fragen und neuer Perspektiven
Mirko Holzer: Wo stehen wir mit KI und wohin geht die Reise?
Den Konferenztag eröffnete Mirko Holzer mit einem gewohnt mitreißenden Vortrag. Er ordnete aktuelle Entwicklungen und Vorfälle rund um Künstliche Intelligenz ein und beleuchtete insbesondere die Rolle Deutschlands und Europas im internationalen Wettbewerb.
Für manche überraschend endete sein Vortrag mit einer positiven Botschaft. Trotz aller Herausforderungen blickte Mirko zuversichtlich in die Zukunft und machte Mut, die Chancen der KI aktiv zu nutzen.
Prof. Dr. Hans Uszkoreit: Wie lernen Menschen und Maschinen?
Anschließend ging es mit Prof. Dr. Hans Uszkoreit tiefer in die Technologie. Er erläuterte die Funktionsweise von Sprachmodellen und stellte spannende Vergleiche zwischen menschlichem und maschinellem Lernen an.
Besonders eindrücklich waren seine Schlussfolgerungen: KI ist bereits deutlich leistungsfähiger, als wir vielfach wahrnehmen, und wird die menschlichen Fähigkeiten im Bereich der allgemeinen Intelligenz seiner Einschätzung nach weit übertreffen.
Daraus ergeben sich enorme Herausforderungen. Parallel zur Entwicklung von KI Basismodellen und Anwendungen müssen auch entsprechende Sicherheitssysteme entstehen. Gleichzeitig stehen Wirtschaft und Zivilgesellschaft vor tiefgreifenden Veränderungen, insbesondere in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung und Politik.
Svenja Siedle: Wenn Linguistik auf KI trifft
Danach rückte die zweite zentrale Disziplin unserer Konferenz in den Mittelpunkt: die Linguistik.
Svenja Siedle zeigte, wie sich ihr Team bei Congree zunehmend mit dem Zusammenspiel von linguistischen Verfahren und Künstlicher Intelligenz beschäftigt.
Besonders anschaulich machte sie dieses Zusammenspiel anhand der beiden Charaktere LINa und KIm. Sie verdeutlichten, wie sich die Stärken beider Ansätze ergänzen und welche Möglichkeiten sich daraus für intelligente Sprachlösungen ergeben.
Prof. Dr. Nils Andres: Verändert KI unsere Sprache und damit auch uns?
Zum Abschluss des Vormittags weitete Prof. Dr. Nils Andres den Blick noch einmal erheblich.
Seine zentrale These: Generative KI verändert nicht nur unsere Werkzeuge und Arbeitsprozesse. Sie beeinflusst auch, wie wir schreiben, Sprache wahrnehmen und miteinander kommunizieren.
Sein Ausblick stimmte nachdenklich. Die zunehmende Nutzung von Prompts könnte unsere Sprache verkürzen und sie immer stärker zu einem reinen Steuerungsinstrument machen. Sprache verbindet uns dann zwar effizient mit Maschinen, könnte aber gleichzeitig Menschen voneinander entfernen, wenn soziale Kommunikation zunehmend als ineffizient wahrgenommen wird.
Das war durchaus starker Tobak und lieferte reichlich Gesprächsstoff für die Mittagspause.
Am Nachmittag wurde es konkret: Linguistik und KI in der Praxis
Nach der Mittagspause standen konkrete Anwendungen, praktische Erfahrungen und erfolgreiche Kundenprojekte im Mittelpunkt.
Nicole Keller: Terminologie zwischen Linguistik und KI
Nicole Keller eröffnete den Nachmittag mit einem Einblick in das Zusammenspiel von Linguistik und KI im Terminologiemanagement.
Im Fokus stand die Frage, wie sich die Verwendung vorgegebener Terminologie in Translation Management Systemen sicherstellen lässt. Anhand aktueller Werkzeuge und praktischer Beispiele zeigte sie, welche Möglichkeiten bereits heute bestehen und wo Herausforderungen liegen.
Dr. Sebastian Stüker: Maschinelle Übersetzung verstehen und richtig einsetzen
Dr. Sebastian Stüker nahm uns mit auf eine Reise durch die Geschichte und Technologie der maschinellen Übersetzung.
Er erklärte anschaulich, wie sich die Verfahren im Laufe der Zeit entwickelt haben, wie moderne Systeme funktionieren und welche Fragen Unternehmen bei der Auswahl eines geeigneten Systems für maschinelle Übersetzung berücksichtigen sollten.
Ein fundierter Vortrag mit vielen wertvollen Einblicken für alle, die sich mit Übersetzungstechnologien beschäftigen.
Lars Kothes: KI Einführung aus der Unternehmenspraxis
Besonders praxisnah wurde es mit Lars Kothes, der offen und ehrlich darüber berichtete, wie die Kothes GmbH Künstliche Intelligenz in der Technischen Dokumentation eingeführt hat.
Dabei ging es nicht nur um technische Fragestellungen, sondern auch um die organisatorischen und menschlichen Herausforderungen einer solchen Transformation.
Seine Erfahrungen und konkreten Empfehlungen zeigten einmal mehr, dass eine erfolgreiche KI Einführung weit mehr erfordert als die Auswahl der richtigen Technologie. Mindestens genauso wichtig sind die Einbindung der Mitarbeitenden und ein durchdachtes Change Management.
Thiemo von Gillhaußen und Alexander Becker: Wenn Linguistik und KI gemeinsam Mehrwert schaffen
Den Abschluss bildeten Thiemo von Gillhaußen und Alexander Becker mit einem Einblick in ausgewählte Kundenprojekte.
Anhand konkreter Beispiele zeigten sie, wie Linguistik und KI bereits heute erfolgreich zusammenspielen und Lösungen ermöglichen, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wären.
Ein passender Abschluss für einen Konferenztag, der eindrucksvoll zeigte, welches Potenzial in der Verbindung beider Disziplinen steckt.
Mein Fazit:
Viel Inspiration, neue Perspektiven und jede Menge Aufbruchstimmung
Was mir von dieser Congree Conference besonders in Erinnerung bleiben wird, ist die Vielfalt der Perspektiven.
Wir haben über technologische Durchbrüche gesprochen, über gesellschaftliche Veränderungen und die Zukunft unserer Sprache nachgedacht. Gleichzeitig konnten wir anhand konkreter Beispiele erleben, wie Linguistik und KI schon heute einen messbaren Mehrwert schaffen.
Für mich wurde einmal mehr deutlich: Die Zukunft liegt nicht allein in immer leistungsfähigeren KI Modellen, sondern vor allem darin, wie wir diese Technologien intelligent mit bewährten Methoden, fachlichem Wissen und menschlicher Erfahrung verbinden.
Vielen Dank an alle, die mit ihren Vorträgen, Diskussionen und persönlichen Gesprächen zu dieser gelungenen Veranstaltung beigetragen haben.
Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Congree Conference!
Sie möchten sich selbst einen Eindruck verschaffen? Auf unserer Konferenzseite finden Sie zahlreiche Bilder, die die Atmosphäre und die Highlights des Konferenztages einfangen.
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