Starke Inhalte brauchen eine starke Plattform

Blog-Beitrag vom 08.10.2019

Heute im Interview: Thiemo von Gillhaußen, Fischer Information Technology AG.

Hannah Kaufhold: Herr von Gillhaußen, Sie sind Leiter des Produktmanagements für das Redaktionssystem TIM. Was ist das Alleinstellungsmerkmal von TIM?
 

Thiemo von Gillhaußen: TIM ist das beste Redaktionssystem für die Digitalisierung. Informationen sind nicht länger Teil einer homogenen Textmasse, sondern werden mit TIM aus den Dokumenten befreit. Wir haben eines der flexibelsten, generischen Informationsmodelle, um Einzelinformationen eindeutig identifizierbar und auffindbar zu machen. Nicht nur von Technischen Redakteuren, sondern auch von Suchmaschinen und Prozessen. So können diese Informationen zusätzlich zum klassischen PDF auch digital auf dem Maschinendisplay, in einer App oder in einem Portal angezeigt werden. Auch die automatische Dokumentation für Losgröße 1 wird so einfach realisierbar.

Ein besonderer Fokus von TIM liegt auch auf der Unterstützung der Content-Ersteller durch die TIM Autorenunterstützung. In keinem anderen System sind vergleichbare Komponenten für die Terminologieprüfung und Satzwiederverwendung out of the box enthalten.

Warum sollte ein Technischer Redakteur nie ohne Autorenunterstützung arbeiten?

Das ist eine gute Frage – einige Technische Redakteure argumentieren, Autorenunterstützung sei unnötig. Jeder Editor, jedes Redaktionssystem biete doch mittlerweile eine Rechtschreib- und Grammatikprüfung. Allerdings sind diese Lösungen oft nicht ausreichend. Der Aspekt der Terminologie z. B. fällt vorne über. Dabei ist terminologische Konsistenz doch so wichtig. Zudem bietet eine moderne Autorenunterstützung, wie die TIM Autorenunterstützung, mittlerweile auch einige Möglichkeiten zur Satzwiederverwendung. Es sollte Unternehmen bewusst sein, dass man damit noch einmal deutlich Übersetzungskosten einsparen kann.

Das Redaktionssystem TIM hat Congree als TIM Autorenunterstützung automatisch mit an Bord. Die beiden Produkte sind augenscheinlich ein gutes Team. Worin liegen die Gründe dafür?

Wie ich bereits erwähnt habe: TIM hat die TIM Autorenunterstützung immer dabei, direkt als Teil des Produkts. Das bedeutet, dass die Integration vollkommen nahtlos geschieht. Auch unser TIM-Bedienkonzept, Inhalte modular zu erstellen, wird von der TIM Autorenunterstützung unterstützt. Autoren öffnen in TIM ein Modul in ihrem Editor, und die TIM Autorenunterstützung ist einsatzbereit. Das Modul kann dann unter voller Textkontrolle bearbeitet und wieder eingecheckt werden. Ergänzt wird die modulare Arbeitsweise durch die Satzwiederverwendung. Die wird zwar innerhalb eines Moduls genutzt, bietet aber Sätze aus allen möglichen bisher frei gegebenen Modulen an.

Die Einführung einer Autorenunterstützung ist je nach Produkt ein ziemlicher Aufwand. Die in TIM enthaltene TIM Autorenunterstützung ist darauf ausgelegt, dass die Autoren direkt loslegen können. Der Congree-Umfang ist dabei ein Best-Practice-Paket für den Einstieg. Wer noch mehr Features benötigt, kann seine Autorenunterstützung mit definierten Add-ons erweitern. Das alles läuft nach dem Motto „Klein starten und dann ausbauen“.

Nun kommen wir vom Istzustand zur Zukunft: Was sind die Perspektiven für die TIM Autorenunterstützung?

Als eines der nächsten Features, die Einzug in die TIM Autorenunterstützung halten, kann ich die Prüfung als Teil des Freigabeprozesses nennen.  Das heißt: Wenn ein Modul frei gegeben wird, laufen automatisiert eine Sprachprüfung und eine Prüfung der wiederverwendeten Sätze durch. Das Ergebnis dieser Prüfung wird als Anhang zum frei gegebenen Modul geliefert.

Eine unserer Zukunftsvisionen ist, das Scoring eines Moduls als Metadatum mitzuliefern, das für die nachträgliche Korrektur eines Moduls relevant ist. Das Scoring ergibt sich wie folgt: Das Modul wird nach den hinterlegten Kriterien auf Rechtschreibung, Grammatik, Terminologie geprüft. Aus den Ergebnissen, die sich daraus ergeben, wird eine einzelne Kennzahl errechnet, die dann als Metadatum bzw. Eigenschaft am Modul hinterlegt wird. Der Redakteur kann an einem Zeitpunkt seiner Wahl entscheiden, z. B. alle Module mit einer Kennzahl schlechter als X zu korrigieren.

Das klingt viel versprechend. Jetzt haben wir viel über die TIM Autorenunterstützung gesprochen. Kommen wir zurück zu TIM. Können Sie kurz die Arbeitsweise skizzieren?

Mit TIM kann man seine Dokumentation ganz einfach erstellen. Es gibt eine Datenbasis, von der aus Sie in verschiedene Medien publizieren können. Metadaten sorgen, klug eingesetzt, dafür, dass Sie Ihre Inhalte auch jederzeit im Redaktionssystem wiederfinden können. Das Grundprinzip von TIM ist: Text entsteht in Form von Modulen, die flexibel zu den späteren Informationsprodukten zusammengesetzt werden können. Eine passende Informationsstruktur liefern wir in Form eines vorkonfigurierten Informationsmodells gleich mit. Für die benötigte Individualität kann man dieses aber jederzeit flexibel anpassen. Nicht zuletzt: Als modernes Redaktionssystem verfügt TIM selbstverständlich über ein ausgeklügeltes, intuitiv bedienbares Varianten-, Variablen- und Änderungsmanagement. Publiziert wird auf Knopfdruck und bedarfsgerecht für den jeweiligen Nutzer. Durch die Trennung von Inhalt und Layout sind Sie in der Lage aus nur einer Quelle (Single Source) verschiedenste Ausgabekanäle (Multi Channel) zu bedienen.

Welche Themen treiben Sie aktuell um?

Digitalisierung ist für uns der Treiber, der bestimmende Aspekt unserer Arbeit. Unser TIM lässt sich als eine Komponente der Fischer Digitalisierungssuite verstehen. Die Digitalisierungssuite bietet drei Werkzeuge:

An allen drei Anwendungen arbeiten wir mit Hochdruck weiter, um noch besser zu werden

Bleiben wir bei TIM: Was gibt es denn Neues im Redaktionssystem?

Im Sommer 2019 haben wir Release 4.4 herausgebracht. Zwei Features aus diesem Release möchte ich besonders hervorheben: den neuen TIM WebClient und den komplett überarbeiteten TIM CalloutEditor. Der TIM WebClient ist ein ein Webportal, in dem unternehmensweit direkt aus dem Redaktions­system TIM heraus Informationen bereitgestellt werden können. Auf diese Weise werden nicht nur die Informationsprozesse beschleunigt, sondern gleichzeitig wird der Stellenwert der Technischen Redaktion im Unternehmen gestärkt, da jeder die Inhalte sehen, abrufen und nutzen kann. Mit dem TIM CalloutEditor können Grafiken gleich im Redaktions­system TIM mit Callouts ausgezeichnet werden. Neu in Release 4.4 ist, dass mehrere Grafiken, z. B. Explosionszeichnungen oder Vektorgrafiken, eingefügt werden können sowie individuelle Linienendtypen wie Pfeil, Bullet, Raute etc. verwendet werden können, um die Abbildungen zu ergänzen. Darüber hinaus unterstützt der neue TIM CalloutEditor das Erzeugen von Bildausschnitten durch Zuschneiden und das Arbeiten mit verschiedenen Ebenen, mit Gitternetz und Linealen. Zudem sorgt eine Integration in die XML Editoren dafür, dass aus den erstellten Callout-Grafiken quasi auf Knopfdruck eine Grafik-Legende erstellt werden kann.

Und wo geht es mit Fischer weiter hin?

Neben unserer Software liegt unsere Stärke darin, Unternehmen im Bereich Digitalisierung an die Hand zu nehmen. Wir bringen unsere Erfahrung und unser ganzes Herzblut ein, sei es im Rahmen von Schulungen und Zertifizierungen oder bei der Umsetzung von kundenspezifischen Digitalisierungsprojekten. Wir leben Digitalisierung einfach.

Was für ein schönes Schlusswort für ein spannendes Interview. Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Antworten.

tl;dr

Das Redaktionssystem TIM der Fischer Information Technology AG hilft Ihnen dabei, Ihre Inhalte ganz groß herauszubringen. Ein besonderer Fokus von TIM liegt auch auf der Unterstützung der Content-Ersteller durch die TIM Autorenunterstützung.